Bio-Wein: Was macht ihn besonders?

Stellen Sie sich einen Weinberg vor, in dem die Reben in vollkommener Harmonie mit der Natur wachsen, unberührt von chemischen Eingriffen. Jede Traube erzählt eine Geschichte von Respekt für das Ökosystem. Bio-Wein ist nicht nur ein Trend, sondern eine Rückkehr zu den Wurzeln der Weinherstellung, wo Qualität und Umweltbewusstsein Hand in Hand gehen.

 

Der Hauptunterschied zwischen Bio-Weinen und konventionellen Weinen liegt im Anbau der Trauben und der Weinherstellung.

 

Bio-Weine werden ausschließlich aus biologisch angebauten Trauben hergestellt. Die Winzer dürfen die Trauben und Weinstöcke nicht mit Pestiziden oder Herbiziden behandeln. Weiterhin erlaubt sind Kupfer (in kleinen Mengen) und Schwefel. Damit bekämpfen die Weinbauern den Mehltau, der aufgrund des Klimas in Deutschland leider sehr häufig ist. Zum Einsatz können auch Tees und organische Präparate kommen.

 

Im Gegensatz dazu werden beim Anbau der Trauben für konventionelle Weine künstliche Chemikalien und Methoden eingesetzt, um Pflanzenwachstum zu fördern, Schädlinge zu bekämpfen und Erträge zu maximieren. Während Bio-Weine einen Zertifizierungsprozess durchlaufen müssen, um sie als „bio“ kennzeichnen zu dürfen, sind konventionell hergestellte Weine von so einer Prüfung befreit.

 

Darüber hinaus gelten für Bio-Weine strengere Regelungen bezüglich der Zugabe von Sulfit, was generell zu einem niedrigeren Sulfitgehalt im Vergleich zu herkömmlich produzierten Weinen führt.

 

Welche Bio-Weine gibt es?

Bio-dynamische Weine gehen auf die anthroposophische Philosophie zurück, die von Rudolf Steiner zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Sie betrachtet den ökologischen Landbau als Teil des vollständigen Ökosystems, das in einem natürlichen Gleichgewicht stehen muss und das vom Kosmischen über die Artenvielfalt bis hin zu Boden und Pflanzen reicht. Die biodynamischen Winzer arbeiten mit den Mondzyklen und verwenden biodynamische Präparate zur natürlichen Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten.

 

Für Naturweine gibt es keine einheitliche Definition. Im Allgemeinen beschreibt der Begriff jedoch Weine aus biologisch angebauten Trauben, die mit natürlich vorkommender Hefe ohne Klärung oder Filtration hergestellt werden. Der einzige Zusatz, den die Winzer bei Naturweinen in der Regel akzeptieren, ist eine kleine Menge Sulfit, die oft bei der Abfüllung zugesetzt wird.

 

Zertifizierte Qualität: EU-Bio-Siegel

Bio-Weine müssen gemäß EU-Öko-Regeln produziert und können zusätzlich von Bio-Verbänden zertifiziert werden, die strengere Anforderungen stellen. Mindestens 95 Prozent der Trauben müssen biologisch sein. Der Einsatz von Herbiziden ist untersagt, Pestizide sind nur in Ausnahmen zugelassen, und der Einsatz genetisch veränderter Organismen ist verboten. Die Weinproduktion darf bis zu 50 Zusatzstoffe umfassen.

 

Welche Anbauverbände für Bio-Wein gibt es?

Ecovin ist der größte nationale Verband für Bio-Winzer in Deutschland. Er wurde vor über 30 Jahren gegründet und zählt 240 Mitglieder. Als Markenzeichen müssen sich alle zugehörigen Weingüter den strengen und zusätzlichen Überprüfungen durch den Verband stellen. Das Hauptziel besteht darin, die natürlichen Ressourcen wie Böden und Gewässer zu bewahren. Die Verbandsmitglieder engagieren sich für nachhaltige Bewirtschaftungspraktiken, um die Artenvielfalt zu erhöhen und die Bodengesundheit zu erhalten.

 

Bioland, der größte bundesweite Bio-Verband mit über 8.900 vielfältigen Erzeugern, darunter 260 Winzer, wurde in den 1970er-Jahren gegründet. Beim Weinanbau sind insgesamt nur 20 Zusatzstoffe zugelassen. Darüber hinaus muss der gesamte Betrieb Bio-Landwirtschaft betreiben. Fremdzutaten sind nur erlaubt, wenn diese nicht von eigenen Bioland-Betrieben hergestellt werden.

 

Naturland heißt der globale Bio-Verband, der 116.000 Landwirte weltweit vereint – darunter 4.500 in Deutschland, von denen 160 Winzer sind. Zugelassen sind hier 20 Zusatzstoffe, und alle Betriebe dürfen ausschließlich ökologische Landwirtschaft praktizieren.

 

Demeter zählt als weltweiter Bio-Verband 60.000 Mitglieder, in Deutschland sind 1.700 Landwirte Mitglieder. Weltweit gibt es 858 Weingüter mit Demeter-Zertifizierung, davon 53 in Deutschland. Erlaubt sind biodynamische Düngemittel. Wenn möglich, ist die Traubenernte manuell durchzuführen, obwohl der Einsatz von Maschinen gestattet bleibt. Zudem ist ausschließlich der Gebrauch von Trauben aus biodynamischer Landwirtschaft zugelassen, und die Zahl der zulässigen Zusatzstoffe ist auf lediglich 13 begrenzt. 

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