Plastikmüll-Verschmutzung der Meere

Von wegen Deutschland ist Recycling-Weltmeister: Nur 17 Prozent des gesammelten Plastikmülls wird nachvollziehbar recycelt. Der Rest wird ins Ausland verschifft oder einfach verbrannt.

 

Jede Minute landet etwa eine LKW­Ladung Plastik in den Weltmeeren. Das ist deswegen tragisch für die Umwelt, weil Kunststoffe leider meist kurz verwendet werden, aber extrem langlebig sind – Experten gehen von 500 Jahren aus. Plastikteilchen sind die Ursache für den Tod vieler Meereslebewesen, weil ihre Mägen voll damit sind und sie so qualvoll verhungern. Die größten Plastikmengen haben sich in fünf Müllstrudeln versammelt: dem nord- und südpazifischen, dem indischen, dem nord- sowie dem südatlantischen. Der bekannteste ist der Great Pacific Garbage Patch, der 1,6 Mio. km2 groß ist, also 4,5-mal die Fläche von Deutschland hat. Kunststoffabfälle finden sich aber überall auf der Welt – das wird Ihnen sogar im Heimaturlaub an der Ostsee aufgefallen sein.

Geschätzt liegt die Gesamtmenge an Plastik, die bisher im Meer gelandet ist, bei 86 Millionen Tonnen und macht 85 Prozent des Meeresmülls aus. Höchste Zeit also, dass ab dem 3. Juli 2021 Einwegplastikprodukte EU-weit nicht mehr produziert werden dürfen. Dazu zählen Einwegbesteck und -geschirr, Trinkhalme, Rührstäbchen, Wattestäbchen und Luftballonstäbe. Gleiches gilt für To-go-Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essenbehälter aus Styropor.


Mehr Plastikmüll-Verbote bitte!

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa ergibt, dass sich 84 Prozent der Deutschen weitere Verbote wünschen. Ebenso viele sind der Meinung, dass der Einsatz von Mikroplastik in Kosmetika und Reinigungsprodukten schnellstmöglich verboten werden sollte. Ganze 91 Prozent finden, Hersteller sollten sich verpflichten, langlebige, reparierbare und wiederverwertbare Produkte auf den Markt zu bringen und sind dafür, dass Bürger*innen, höhere Strafen bezahlen müssten, wenn sie Plastikmüll in der Umwelt entsorgen.

Hinzu kommt die Recycling-Problematik: Viele Deutsche glauben, dass aus dem Großteil des Plastiks nach dem Recycling wieder neues Plastik wird. Dem ist nicht so. 60 Prozent unseres Gelbe Tonne-Mülls wird verbrannt. Weitere 1 Million Tonnen Kunststoffabfälle wurden nach vorläufigen Zahlen im Jahr 2020 in andere Länder exportiert, so das Statistische Bundesamt. Deutschland ist EU-weit größter Exporteur von Kunststoffabfällen.


Verpackungen Schuld an der Müllflut

Durch die Pandemie hat sich der Plastikverbrauch aufgrund der gesteigerten Nachfrage nach Lieferservices beim Shopping und vor allem in der Gastronomie zusätzlich erhöht. Dabei haben Verpackungsmaterialien noch vor Corona die Hälfte des weltweit produzierten Plastikmülls ausgemacht. In den vergangenen 20 Jahren haben wir nämlich unseren Jahresverbrauch auf 25,4 Kilogramm pro Kopf verdoppelt. Mehr als 40 Prozent aller Kunststoffe wird nur einmal verwendet und dann weggeworfen. Für diesen Zuwachs nennt das Umweltbundesamt weitere Gründe, wie z.B. den Anstieg der Single- und Seniorenhaushalte, die kleinere Packungen kaufen. Außerdem gibt es einen Trend zu Fertigprodukten, die in Plastik verpackt sind.

Viel besser für die Umwelt ist es, Produkte und Verpackungen mehrfach zu nutzen, statt sie nach Gebrauch sofort wegzuwerfen, weil z.B. Mehrwegflaschen (aus PET oder Glas) bis zu 50 Mal wiederverwendet werden können.

 

Weniger Müll im Meer – so geht’s:

  •  Müll vermeiden
  • EU-weites Müll-Management etablieren
  • Produkten mit Rezyklaten bei Ausschreibungen bevorzugen
  • Pfandsysteme ausweiten

Sie ahnen schon, dass diese Liste noch erweitert werden kann. Das Thema Plastik ist sehr komplex, daher empfehlen wir, sich ganzheitlich damit auseinander zu setzen. Wir freuen uns, wenn unsere Tipps Ihnen dabei weiterhelfen.



UNSER TIPP:

Wir haben Sie inspiriert? Hier finden Sie weitere interessante Informationen zum Thema:

Loved this? Spread the word


Mehr wissenswertes

Kühlende Lebensmittel – Ernährung in der heißen Jahreszeit

Mehr dazu

Sommerzeit – Picknick-Zeit

Mehr dazu

Nachhaltige Sonnencremes – so schützen Sie sich richtig

Mehr dazu

Kein Kükenschreddern mehr: So geht’s weiter

Mehr dazu