Ätherische Öle – sanfte und natürliche Heilmittel

„Pflanzendürfte sind Musik für unsere Sinne“ besagt ein altes persisches Sprichwort. Das stimmt – ätherische Öle sind bereits seit Jahrhunderten für ihre wohltuende Wirkung auf Körper, Geist und Seele bekannt. Lassen Sie uns einen kurzen Ausflug in die Welt der Duftöle machen.

Einem Unfall im Labor des französischen Chemikers und Parfümeurs René-Maurice Gattefossé sei Dank, wurde 1910 die Aromatherapie geboren. Sie bezeichnet die Anwendung ätherischer Öle zur Linderung von Krankheiten oder zur Steigerung des Wohlbefindens. Doch lange zuvor wurden die aus pflanzlichen Bestandteilen gewonnenen Stoffe als Hausmittel erfolgreich eingesetzt. Der Name Öle könnte leicht irreführend sein – anders als die fetten Öle enthalten Duft-Öle keine Fette, sind jedoch fettlöslich. Besonders stark wirken ätherische Öle über den Geruchssinn. Ihre Duftmoleküle werden über das limbische System direkt in das Großhirn transportiert, wo sie unmittelbar durch die Ausschüttung von Botenstoffen, wie z.B. Endorphine, ihre Wirkung entfalten.

Worauf beim Kauf achten

Unbedingt zu unterscheiden sind natürlich hergestellte Aroma-Öle von solchen mit synthetischem Ursprung. Verwenden Sie ausschließlich qualitativ hochwertige und reine Öle und achten Sie auf die Angaben, denn diese geben Aufschluss über Qualität und Reinheit. Während ein naturreines Öl qualitativ sehr hochwertig ist, werden naturidentische Öle chemisch hergestellt. Qualitativ hochwertige Bio-Öle gibt es beispielsweise in Ihrem Biomarkt.

 

Duft-Öle: Anwendungsmöglichkeiten und Wirkung

Sie können ätherische Öle sehr abwechslungsreich anwenden, z.B. zur Raumbeduftung, in der Sauna, im Badewasser, in Pflegeprodukten oder sogar im Haushalt. Lassen Sie sich bei der Wahl von Ihrer Nase leiten und probieren Sie aus. Bedenken Sie, dass es sich bei ätherischen Ölen um hochkonzentrierte Stoffe handelt, daher sollten Sie sie niemals pur anwenden und nur sparsam dosieren. Als Faustregel gilt: max. 20 Tropfen oder 1 ml ätherisches Öl auf 100 ml Pflanzenöl wie Kokosnuss- oder Traubenkernöl (auch Trägeröle genannt).

Ätherische Öle haben eine breite Wirkungspalette. Hier ein kurzer Auszug, welche Sie wann einsetzen könnten:

  • Anti-Stress-Öle: Lavendel, Jasmin oder eine Mischung aus Grapefruit, Zitrone und Orange
  • Konzentrationsfördernd: Zitrone, Lemongrass, Eukalyptus, Rosmarin
  • Beruhigend: Thymian, Rosmarin, Citronella
  • Stimmungshebend: Patchouli, Bergamotte, Grapefruit, Rose, Neroli, Lemongrass, Jasmin
  • Desinfizierend: Teebaum-Öl, Lavendel, Nelke, Salbei, Eukalyptus
  • Antibakteriell: Teebaum-Öl, Lavendel, Eukalyptus, Kiefer, Lemongrass, Zypresse, Minze, Orange, Salbei und Thymian
  • Antiviral: Teebaum-Öl, Thymian, Eukalyptus, Lavendel, Zitrone, Sandelholz, Oregano und Zimt
  • Hustenstillend: Thymian, Muskat, Pfefferminz, Thuja, Zitrone
  • Zur Insektenabwehr: Teebaum-Öl, Citronella, Eukalyptus

 

Mögliche Nebenwirkungen

Um mögliche allergische Reaktionen auszuschließen, sollten Sie die ätherischen Öle vor der Anwendung auf ihre Verträglichkeit prüfen. Bei der Behandlung von Kleinkindern, Schwangeren, älteren Menschen und solchen mit Atemkrankheiten sollten ätherische Öle ausschließlich von erfahrenen Aromatherapeut*innen gewählt werden.

Haftungsausschluss: Die Nutzung der Informationen in diesem Artikel geschieht auf eigene Verantwortung. Die Informationen ersetzen keinesfalls die Untersuchung oder Behandlung durch einen Arzt/eine Ärztin oder Heilpraktiker*in.

 

Unser Tipp:

Wir haben Sie inspiriert? Hier finden Sie weitere interessante Informationen zum Thema:

  • Maria L. Schasteen: „Duft-Medizin: Ätherische Öle und ihre therapeutische Anwendung“, Crotona, 2016
  • Maria M. Kettenring: „Ätherische Öle: ganzheitlich anwenden mit zahlreichen Rezepturen“, Bassermann, 2018

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