Gemeinwohl-Ökonomie: Wirtschaft neu denken

Der Österreicher Christian Felber meint, die Wirtschaft sollte den Menschen und der Gesellschaft dienen und ihren Werten folgen – nicht umgekehrt, wie es heute der Fall ist. Daher setzt er sich für ein neues Wirtschaftssystem ein – die Gemeinwohl-Ökonomie. Die daraus entstandene Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) Bewegung hat im Oktober 2020 ihr 10-jähriges Bestehen gefeiert. Sie setzt sich für ein Wirtschaftssystem ein, welches das Wohl von Menschen und Planet an erste Stelle stellt.


„In einer sinnvollen Gesellschaft würden die Menschen ihren eigenen Werten folgen, nicht Geld, Macht oder Konsum. Sie würden sich Zeit nehmen für das, was sie glücklich macht. Für Beziehungen und lokale Gemeinschaften“, sagt Christian Felber, Mitinitiator der GWÖ-Bewegung. Wenn Gewinn und Profit zum alleinigen Zweck werden, sind alle Grundwerte gefährdet – von der Menschenwürde bis hin zum Schutz der Artenvielfalt und des Klimas, ist er überzeugt.


Die Gemeinwohl-Ökonomie versteht sich als eine liberale und ethische Wirtschaftsweise, in der die wirtschaftliche Aktivität auf das Gemeinwohl und die Kooperation ausgerichtet sind, statt nur auf Konkurrenz und Gewinnmaximierung.



Bei der GWÖ wird der Erfolg deshalb nicht primär an Finanzberichten gemessen, sondern bei Unternehmen mit der Gemeinwohl-Bilanz, bei Investitionen mit der Gemeinwohl-Prüfung und bei einer Volkswirtschaft mit dem Gemeinwohl-Produkt.



Das Konzept ist offen: Jeder kann sich engagieren, angefangen von Privatperson, über Unternehmen und Organisation bis hin zu Städten und Gemeinden. Aktuell umfasst die Bewegung weltweit 11.000 Unterstützer*innen, mehr als 4.000 Aktive in über 150 Regionalgruppen, 31 GWÖ-Vereine, etwa 600 bilanzierte Unternehmen und andere Organisationen, knapp 60 Gemeinden und Städte sowie 200 Hochschulen weltweit – Tendenz steigend.



Kern des Modells ist, dass Unternehmen, die nachhaltig und sozial wirtschaften, im Vorteil sind – schon heute durch mehr Glaubwürdigkeit, in Zukunft auch durch rechtliche Anreize, z.B. niedrigere Steuern, günstigere Kredite, Vorrang bei öffentlichen Aufträgen oder Förderungen, usw. Im Umkehrschluss bedeutet das unter anderem, dass sich mit der Zeit nachhaltige Produkte durchsetzen werden und mehr regionale Wertschöpfung bleiben wird. Auch Umwelt und Klima werden global geschützt.



Das Zusammenleben in der Gemeinwohl-Gesellschaft ist geprägt durch ein menschliches Miteinander, ein hohes Maß an Vertrauen und Wertschätzung, starken sozialen Zusammenhalt, überschaubare Strukturen und gesicherte Grundrechte. Dafür sind dringend Veränderungen auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene nötig.
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Unser Tipp:

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